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DEUTZ verkaufen 28.08.2008
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Gordon Schönell, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von DEUTZ (ISIN DE0006305006 / WKN 630500) unverändert mit "verkaufen" ein.
Die Analystenschätzungen zum zweiten Quartal seien relativ pessimistisch gewesen und hätten auf der Ertragsebene deutlich unter den Markterwartungen gelegen, die sich im Nachhinein auch als zu ambitioniert erwiesen hätten. Allerdings seien die Analystenschätzungen zu niedrig gewesen, da die Zahlen im Segment Customised Solutions besser ausgefallen seien als von den Analysten geschätzt. Erwartungsgemäß habe die Gesellschaft ihre Guidance für das laufende Geschäftsjahr nach unten korrigiert.
Der Auftragseingang habe in Q2 mit -0,2% - wie auch bereits in Q1 (-1,0%) - leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums gelegen. Das Segment Customised Solutions habe dabei allerdings gegen den Trend zulegen können. Der sich dadurch ändernde Produktmix werde nach Erachten der Analysten dafür sorgen, dass die Margen im zweiten Halbjahr über denen des ersten liegen würden. Der Blick auf die verschiedenen Anwendungsbereiche spiegele das Bild der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider. Die Auftragseingänge aus den Bereichen Automotive (-3,8%) sowie Mobile Arbeitsmaschinen (-10,5%) seien im ersten Halbjahr rückläufig gewesen, während die Landtechnik mit +45,4% deutlich habe zulegen können.
Die EBIT-Marge in Q2 habe mit 5,6% deutlich unter der aus dem entsprechenden Vorjahresquartal (6,8%) gelegen. Belastend auf die Margen hätten sich u.a. höhere Forschungsaufwendungen (+94% auf 22,5 Mio. EUR in Q2) ausgewirkt. Hier erwarte man für das Gesamtjahr ca. 80 Mio. EUR, die für die Gewährleistung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig seien. Zum Halbjahr sei die Marge von 5,6% auf 5,3% zurückgegangen. Nach den Problemen mit zu hohen Logistikkosten im ersten Halbjahr 2007, die sich mit 7 Mio. EUR belastend auf das EBIT ausgewirkt hätten, seien diese aufgrund der gestiegenen Energiekosten nur um 2 Mio. EUR zurückgegangen. Zu beachten sei allerdings auch, dass das erste Halbjahr 2007 durch Sondereffekte in Höhe von 7 Mio. EUR positiv beeinflusst gewesen sei. Ansonsten hätte die EBIT-Marge lediglich bei 4,6% gelegen.
Bei Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal habe der größte Kunde von DEUTZ, die Volvo Group, die im ersten Halbjahr für ca. 30% der Umsätze gestanden habe, über einen Rückgang der Auftragseingänge im Segment Trucks im größten Markt Europa berichten müssen. Der Auftragseingang sei in Q2 in Europa um 54% auf 22.000 Stück gesunken. Weltweit sei der Auftragseingang bei Volvo in diesem Segment in Q2 weltweit um 37% gesunken. Zudem hätten die Schweden verkündet, dass mit einem Rückgang von 5 bis 10% im europäischen Markt für Construction Equipment gerechnet werde. Vorher sei man hier von einem Niveau auf Vorjahresbasis ausgegangen.
Die neue Guidance sehe für 2008 eine konstante Absatzzahl von Motoren vor. Die Umsätze sollten aber um ca. 5% auf 1,6 Mrd. EUR zulegen (vorher: 10% bis 15%), da der Anteil des Segments Customised Solutions steigen werde. Bei einem Umsatzplus von noch 15% zum Halbjahr würde dies einen massiven Einbruch des Wachstums auf -4% im zweiten Halbjahr bedeuten. Hier würden sich nach Erachten der Analysten nun die schwachen Aussichten vom Großkunden Volvo (ca. 1/3 Umsatzanteil) sowie der Baumaschinenbranche bemerkbar machen.
Die EBIT-Marge sehe die Gesellschaft nun bei 6% (+/-0,3%-Punkte). Vorher seien 7% als Ziel genannt worden. Beim Konzernergebnis rechne DEUTZ mit einer Größenordnung auf dem Niveau des Vorjahres. Da die Auftragseingänge des Großkunden Volvo sehr kurzfristig (ca. acht Tage vor Auslieferung) eingehen würden, sei die Visibilität sehr gering. Durch Gespräche mit Volvo sollten aber Tendenzen deutlich erkennbar sein. DEUTZ rechne damit, dass das Bestellvolumen von Volvo trotz der düsteren Aussichten über den 67.000 Einheiten aus dem Vorjahr liegen werde.
DEUTZ sei bemüht, die gestiegenen Materialkosten im zweiten Halbjahr an die Kunden weiterzugeben. Inwieweit dies angesichts des Drucks, dem sich auch einige Kunden mitkonfrontiert sehen würden, möglich sei, bleibe abzuwarten. Zudem werde DEUTZ u.a. die Zahl der Leiharbeiter reduzieren und nur noch zwei statt drei Schichten fahren.
Da DEUTZ etwa 40% des Umsatzes mit einigen wenigen Großkunden erwirtschafte, sei die Gesellschaft sehr abhängig von deren Geschäftsentwicklung. Diese Abhängigkeit habe die Gesellschaft allerdings in der Vergangenheit eingehen müssen, um als Motorenbauer eine kritische Größe zu erreichen, die die eigene Unabhängigkeit gewährleiste. Die Gewinnung von weiteren Großkunden dürfte sich als schwierig erweisen, da diese zumeist eine eigene Motorenproduktion unterhalten würden. Zuletzt habe der italienische Landmaschinenkonzern Same die eigene Fertigung komplett eingestellt und werde zukünftig alle Motoren von DEUTZ beziehen. Die Auftragseingänge aus dieser Industrie hätten sich zuletzt auch sehr gut entwickelt. Allerdings könne dieses Segment nicht die Rückgänge - insbesondere aus dem Anwendungsbereich Automotive - kompensieren.
Bei seinem Amtsantritt habe der neue CEO Dr. Leube angekündigt, dass der Kurs der Internationalisierung konsequent fortgesetzt werde und insbesondere neue Wachstumspotenziale in Asien erschlossen werden sollten. Daneben werde DEUTZ auch weiterhin zur Sicherung der Technologieführerschaft nachhaltig in Forschung und Entwicklung investieren und insbesondere die Technik in der Abgasnachbehandlung vorantreiben. Auch Akquisitionen in diesem Bereich halte man für möglich.
Die Gewinnwarnung habe die Analysten nicht überrascht, wohl aber die recht deutliche Korrektur der Ziele.
Deshalb haben die Analysten vom Bankhaus Lampe ihre Gewinnreihen sowohl für 2008 als auch für 2009 nochmals nach unten angepasst und bestätigen ihre Anlageempfehlung "verkaufen" für die DEUTZ-Aktie. Das Kursziel werde von 4,00 EUR auf 3,80 EUR reduziert. Durch die deutlichen Kursverluste sei zudem der Verbleib von DEUTZ im MDAX in Gefahr. Ein Abrutschen in den SDAX könnte nochmals belastend auf den Titel wirken. (Studie "MDAX-Guide Herbst 2008" vom 27.08.2008) (28.08.2008/ac/a/d)
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